Molekulargenetische Diagnostik
Praxis Dr. Mato Nagel

Komplement-Faktor B

Das Gen CFB kodiert einen Aktivator der alternativen Complementaktivierung. Aktivitätssteigernde Mutationen sind beim atypischen (familiären) HUS und bei der altersabhängigen Makuladegeneration beobachtet worden.

Proteinstruktur

Das N-terminale Ende, Ba, wird bei der Aktivierung abgespalten.Dieses Bruchstück wird von drei Complement-Control-Protein Domainen (CCP) gebildet. Das aktive Teilstück, Bb, hat eine Haltelform und enthält zwei Domainen: Am N-terminalen Ende befindet sich die von Willebrand factor type A (vWFA) Domaine während sich am C-terminalen Ende die Serin Protease (SP) befindet. Die vWFA Domaine mit 202 Aminosäuren zeigt eine strukturelle Ähnlichkeit mit der I Domaine des Integrins. Diese Domaine enthält ein Motif welches mit Mg ion-dependent adhesion site (MIDAS) bezeichnet wird. Es ist an der C3b-Bindung und damit der Aktivierung der SP beteiligt.Die Aminosäure Asn an der Position 260 ist glykosiliert. Die SP Domaine wird von 283 Aminosäuren gebildet. Das proteolytische aktive Zentrum befindet sich gegenüber MIDAS auf der hantelförmigen Struktur.[1]

Expression

Vor seiner Aktivierung zirkuliert der Faktor B im Blut als Polypeptidkette.

Genregulation

Der Faktor B wird nach Bindung an das C3b durch den Faktor D gespalten und damit aktiviert. Nach der Abtrennung von Ba ist der verbleibende Komplex C3bBb eine sehr aktive C3 Konvertase der schnell gräßere Mengen C3 spaltet und aktiviert. Diese positive Rückkopplung führt zu einer raschen Beschleunigung der Immunantwort. Aber der Komplex ist instabil und wird unter Mitwirkung der Complementfaktoren CFH, CFI und dem membranrezeptor MCP inaktiviert. Ist der Komplex einmas dissoziiert, so ist eine erneute Zusammenlagerung der Fragmente nicht mehr möglich.

Diagnostik:

Clinic Untersuchungsmethoden Familienuntersuchung
Bearbeitungszeit 5
Probentyp genomic DNA
Clinic Untersuchungsmethoden Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens
Bearbeitungszeit 25
Probentyp genomic DNA
Clinic Untersuchungsmethoden Hochdurchsatz-Sequenzierung
Bearbeitungszeit 25
Probentyp genomic DNA

Krankheiten:

Hämolytisch Urämisches Syndrom
ADAMTS13
C3
C4BPA
C4BPB
CD46
CFB
CFH
CFHR1
CFHR2
CFHR3
CFHR4
CFHR5
CFI
CLU
DGKE
Methylmalonazidurie
Methylmalonazidurie Typ mut
MUT
Methylmalonazidurie mit Homozysteinurie cblC
MMACHC
Methylmalonazidurie mit Homozysteinurie cblD
MMADHC
PIGA
THBD
Meningokokken-Infektanfälligkeit
C3
C5
C7
C8A
C8B
C8G
C9
CD46
CFB
CFD
CFH
CFP

Referenzen:

1.

Nürnberger J et al. (2009) Eculizumab for atypical hemolytic-uremic syndrome.

[^]
2.

Zheng XL et al. (2008) Pathogenesis of thrombotic microangiopathies.

[^]
3.

Maller J et. al. (2006) Common variation in three genes, including a noncoding variant in CFH, strongly influences risk of age-related macular degeneration.

[^]
4.

Ponnuraj K et al. (2004) Structural analysis of engineered Bb fragment of complement factor B: insights into the activation mechanism of the alternative pathway C3-convertase.

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5.

Kavanagh D et al. (2006) Does complement factor B have a role in the pathogenesis of atypical HUS?

[^]
6.

Gold B et al. (2006) Variation in factor B (BF) and complement component 2 (C2) genes is associated with age-related macular degeneration.

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7.

Goicoechea de Jorge E et al. (2007) Gain-of-function mutations in complement factor B are associated with atypical hemolytic uremic syndrome.

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8.

Wyatt RJ et al. (1981) Properdin deficiency with IgA nephropathy.

[^]

 

 
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