Molekulargenetische Diagnostik
Praxis Dr. Mato Nagel

WAGR-Syndrom

Das WAGR-Syndrom ist eine autosomal dominante Erkrankung, die auf einer Deletion oder einer anderen den gesamten WT1 Transkriptionsfaktor zerstörenden Mutation beruht. Es ist charakterisiert durch einen Wilms-Tumor, eine Aniridi, urogenitale Malformationen und geistige Retardierung.Die Aniridie resultiert dabei vor allem wenn das benachbarte Gen PAX6 in die Deletion einbezogen ist.

Geschichtliches

Miller beschrieb 1964 erstamlig dieses Syndrom mit Wilms-Tumor, Aniridie und anderen angeborenen Fehlbildungen. Rose und Kollegen waren die ersten, die diese Erkrankung mit dem WT1 Gen in Verbindung bringen konnten.[1]

Klinischer Befund

Bei einer Untersuchung von 54 Patienten mit WAGR-Syndrom zeigten 53 eine Aniridie, 41 urogenitale Abnormalitäten (von Kryptorchismus bis zwitterartige äußere Genitalien), 39 geistige Retardierung und 31 Wilms-Tumore. Von letzteren entwickelten 14 eine Proteinurie und 4 eine terminale Niereninsuffizienz.[2]

Diagnosestellung

Der Nachweis der Deletionen erfordert meist zytogenetische Methoden (FISH). Manche Deletionen sind submikroskopisch, das bedeutet nur mit hochauflösenden Methoden nachweisbar (high-resolution FISH). Einige zum Proteinabbruch führende Mutationen (Frameshift-, Nonsense- und Spleißmutationen) sind nur mit molekulargenetischen Methoden nachweisbar.

Gliederung

Wilms-Tumor
Aniridie-Wilms-Tumor-Syndrom
Denys-Drash-Syndrom
Somatisches Nephroblastom
WAGR-Syndrom
PAX6
WT1

Referenzen:

1.

Fischbach BV et al. (2005) WAGR syndrome: a clinical review of 54 cases.

[^]
2.

van Heyningen V et al. (2007) Raised risk of Wilms tumour in patients with aniridia and submicroscopic WT1 deletion.

[^]
3.

MILLER RW et. al. (1964) ASSOCIATION OF WILMS'S TUMOR WITH ANIRIDIA, HEMIHYPERTROPHY AND OTHER CONGENITAL MALFORMATIONS.

[^]
4.

Burgin AB et al. (1990) The excision of intervening sequences from Salmonella 23S ribosomal RNA.

[^]