Molekulargenetische Diagnostik
Praxis Dr. Mato Nagel

Lowe-Syndrom

Das Lowe-Syndrom ist eine x-chromosomal rezessiv vererbtes Fehlbildungssyndrom mit Intelligenzminderung, Kataract und Nierenfunktionsstörungen. Es wird durch Muationen des OCRL1-Gens hevorgerufen.

Klinischer Befund

Augenveränderungen

Die Augenveränderungen sind bei dieser Erkrankung das erste worauf behandelnde Ärzte aufmerksam werden. Der Katarakt ist meist bereits bei der Geburt vorhanden. Später können noch Glaukom und Nystagmus hinzutreten.

Intelligenzentwicklung

Obwohl bis zu 25% der Patienten eine normale Intelligenz entwickeln können, sind meist die kognitiven Funktionen erheblich eingeschränkt.

Nierenfunktionsstörung

Die Nierenfunktionsstörungen sind nicht augenfällig sie betreffen anfangs nur einige tubuläre Partialfunktionen. So findet sich eine Aminoazidurie, die die verzweigtkettigen Aminosäuren ausnimmt, eine Glucosurie, Phosphaturie und eine Proteinurie. Vor allem letztere wird für das progressive Nierenversagen angeschuldigt. In der 4. Lebensdekade kann dieses zur Dialysepflichtigkeit führen.

Diagnosestellung

Die klinische Diagnose wird aufgrund der typischen klinischen Befunde gestellt. Es gibt keinen die Diagnose sichernden klinisch chemischen Laborbefund. Die Diagnose kann erst mit dem molekulargenetischen Test gesichert werden. Dieser erlaubt dann auch eine exakte Familienberatung und eine Pränataldiagnostik.

Labortest

Neben den typischen Urinbefunden wie Proteinurie, Aminoazidurie, Glucosurie und Phosphatdiabetes sind im Serum erköhte werte der Creatin-Kinase, Lactatdehydrogenase und der gesamtproteine bestimmbar.

Management

Die Therapie besteht in symptomatischen und supportiven Maßnahmen. Dies beinhaltet die Supplemetation von Elektrolyten, Bicarbonat und Vitamin D. Der Katarakt wird meist in früher Kindheit operiert. Viele Patienten benötigen Antiepileptika. Die nachlassende Nierenfunktion erfordert irgendwann eine Dialyse.

Gliederung

Metabolische Störungen der proximalen Tubulusfunktion
Cystinose
Fanconi-Bickel-Syndrom
Fanconi-Syndrom
Fruktoseintoleranz
Galactosämie
Glycogenspeicherkrankheit 1
Hepatorenale Tyrosinämie
Lowe-Syndrom
OCRL
MELAS-Syndrom
Morbus Dent
Morbus Wilson

Referenzen:

1.

Suchy SF et al. (2002) The deficiency of PIP2 5-phosphatase in Lowe syndrome affects actin polymerization.

[^]
2.

Pendaries C et al. (2003) Phosphoinositide signaling disorders in human diseases.

[^]
3.

Faucherre A et al. (2003) Lowe syndrome protein OCRL1 interacts with Rac GTPase in the trans-Golgi network.

[^]
4.

AURICCHIO S et al. (1961) [Primary tubulopathies. III. A case of oculo-cerebro-renal syndrome (Lowe syndrome)]

[^]
5.

Faucherre A et al. (2005) Lowe syndrome protein Ocrl1 is translocated to membrane ruffles upon Rac GTPase activation: a new perspective on Lowe syndrome pathophysiology.

[^]
6.

Choudhury R et al. (2005) Lowe syndrome protein OCRL1 interacts with clathrin and regulates protein trafficking between endosomes and the trans-Golgi network.

[^]
7.

Lowe M et al. (2005) Structure and function of the Lowe syndrome protein OCRL1.

[^]
8.

Loi M et al. (2006) Lowe syndrome.

[^]