Molekulargenetische Diagnostik
Praxis Dr. Mato Nagel

Hereditäre Rachitis

Die Rachitis oder auch englische Krankheit genannt ist eine durch Vitamin D Mangel hervorgerufene Störung des Knochenwachstums und der Knochenfestigkeit, die auch als Osteomalazie bezeichnet wird.

Untersuchungsstrategie

Man wird beim Verdacht des Vorliegens einer Rachitis nach Ausschluß einer Hyperkalziämie zunächst mit Vitamin D3 (Colecalciferol) substituieren. Sollte dies nicht den gewünschten Erfolg bringen so wäre eine diferenzierte Bestimmung der Vitamin D Metaboliten anzusteben. Bei einem Mangel an 1-alpha-hydroxyliertem Vitamin D, der nicht auf eine Nierenerkrankung zurückführbar ist, kann von einem Typ 1 der erblichen Rachitis ausgegangen werden. Bei einem Typ 2 hingegen liegt ein normaler Spiegel dieses Metaboliten vor und auch eine Substitution 1-alpha-hydroxyliertem Vitamin D3 (Calcitriol) führt zu keiner Besserung der klinischen Symptomatik.

Pathogenese

Der dieser Erkankung zugrundeliegende Vitamin D Mangel beruht meistens auf einem Diätfehler oder auf eine unzureichende Sonnenexposition der Haut. Es gibt aber auch seltene erblich bedingte Formen in denen entweder das Vitamin D aufgrund eines Enzymdefektes nicht ausreichend aktiviert wird (Typ 1) oder wegen einer Rezeptormutation seine Wirkung nicht voll entfalten kann (Typ 2).

Gliederung

Erbliche Knochenerkrankungen
Erbliche Erkrankungen mit heterotroper Knochenbildung
Hereditäre Rachitis
Hypophosphatasie
Adulte Hypophosphatasie
ALPL
Infantile Hypophosphatasie
ALPL
Kindliche Hypophosphatasie
ALPL
Odontohypophosphatasie
ALPL
Hypophosphatämische Knochen- und Nierenerkrankung
FGF23-induzierte hypophosphatämische Rachitis
Autosomal dominante hypophosphatämische Rachitis
FGF23
Autosomal rezessive hypophosphatämische Rachitis Typ 1
DMP1
Autosomal rezessive hypophosphatämische Rachitis Typ 2
ENPP1
X-chromosomal dominante hypophosphatämische Rachitis
PHEX
Hypophosphatämische Rachitis mit Hyperparathyroidismus
KL
Hypophosphatämische Rachitis vom Fanconi-Typ
Hypophosphatämie mit Nephrolithiasis und Osteoporose Typ 1
SLC34A1
X-chromosomale hypophosphatämische Rachitis
CLCN5
OCRL
Osteoglophone Dysplasie
FGFR1
Raine-Syndrome
FAM20C
Störungen der renalen Phosphattransporter
Hypophosphatämie mit Nephrolithiasis und Osteoporose Typ 1
SLC34A1
Hypophosphatämie mit Nephrolithiasis und Osteoporose Typ 2
SLC9A3R1
Hypophosphatämische Rachitis mit Hypercalciurie
SLC34A3
Idiopathische Kalzifikation der Basalganglien 1
SLC20A2
Vitamin D-abhängige Rachitis Typ 2A
VDR
Vitamin D-abhängige Rachitis Typ 2B
RXRA
Vitamin D-hydroxylasemangelbedingte Rachitis Typ 1A
CYP27B1
Vitamin D-hydroxylasemangelbedingte Rachitis Typ 1B
CYP2R1
Knochendysplasie
Osteopetrose
Osteoporose
Parodontales Ehlers-Danlos-Syndrom
Pseudohypoparathyreoidismus

Referenzen:

1.

Kato S et al. (2002) Molecular genetics of vitamin D- dependent hereditary rickets.

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2.

Econs MJ et al. (1997) Autosomal dominant hypophosphatemic rickets/osteomalacia: clinical characterization of a novel renal phosphate-wasting disorder.

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3.

et al. (2000) Autosomal dominant hypophosphataemic rickets is associated with mutations in FGF23.

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4.

Scriver CR et al. (1977) Hypophosphatemic nonrachitic bone disease: an entity distinct from X-linked hypophosphatemia in the renal defect, bone involvement, and inheritance.

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5.

Scriver CR et al. (1981) Autosomal hypophosphataemic bone disease responds to 1,25-(OH)2D3.

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