Molekulargenetische Diagnostik
Praxis Dr. Mato Nagel

Hämolytisch Urämisches Syndrom

Die Erkrankung ist wie alle thrombotischen Mikroangiopathien durch eine verminderte Thrombozytenzahl und alterierte Erythrozyten gekennzeichnet. Darüber hinaus besteht eine renale Beteiligung aber keine neurologischen Symptome, die über eine urämische Enzephalopathie hinausgehen.

Geschichtliches

Im Jahr 1998 wurde ertmalig ein Zusammenhang von atypischem HUS und dem RCA-Gencluster (regulators of complement activity) festgestellt.[1]

Untersuchungsstrategie

Neben den üblichen Laboruntersuchungen zur Diagnosesicherung und zur Verlaufskontrolle könnte man es für nützlich erachten die Faktor H-Konzentration zu bestimmen. Allerdings sind Fälle mit normaler Plasmakonzentration, trotz nachgewiesener Mutation beschrieben worden. Deshalb empfiehlt sich die molekulargenetische Diagnostik in allen Fällen, in denen sich eine familäre Häufung zeigt.

Pathogenese

In einigen Fällen lässt sich die Erkrankung auf eine Funktionsminderung des Faktors H zurückführen. Jedoch lassen sich nicht bei allen erblichen Formen genetische Veränderungen im HF1 Gen nachweisen. Dies spricht dafür, dass offensichtlich auch andere mutierte Gene diese Erkrankung auslösen können. Der molekulare Pathomechanismus ist auf der Seite des zugehörigen Gentestes beschrieben.

Management

In Fällen, wo eine CFH oder CFI Mutation gefunden wurde, könnte eine kombinierte Leber-Nieren-Transplantation erwogen werden. Auch könnte hier eine Plasmapherese unmittelbar nach transplantation das Risiko eines transpplantationsassoziierten HUS mindern.[2]

Register

Alexion aHUS registry

Gliederung

Thrombotische Mikroangiopathien
Hämolytisch Urämisches Syndrom
ADAMTS13
C3
C4BPA
C4BPB
CD46
CFB
CFH
CFHR1
CFHR2
CFHR3
CFHR4
CFHR5
CFI
CLU
DGKE
Methylmalonazidurie
Methylmalonazidurie Typ mut
MUT
Methylmalonazidurie mit Homozysteinurie cblC
MMACHC
Methylmalonazidurie mit Homozysteinurie cblD
MMADHC
PIGA
THBD
Schlechtes Ansprechen auf Eculizumab
Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura

Referenzen:

1.

Nürnberger J et al. (2009) Eculizumab for atypical hemolytic-uremic syndrome.

[^]
2.

Warwicker P et al. (1998) Genetic studies into inherited and sporadic hemolytic uremic syndrome.

[^]
3.

Noris M et al. (2010) Thrombotic microangiopathy after kidney transplantation.

[^]
4.

Zipfel PF et al. (2001) Hemolytic uremic syndrome: how do factor H mutants mediate endothelial damage?

[^]
5.

Shao C et al. (2004) Whole exon 5 and intron 5 replaced by RHCE in DVa(Hus).

[^]